Geschäfts­bericht 2024

Geschäftsentwicklung Gruppe

Nachfragerückgang und negatives Jahresergebnis

Bystronic sah sich im Gesamtjahr 2024 mit wirtschaftlichen Unsicherheiten, einer anhaltend konjunkturellen Schwäche und internen Herausforderungen, insbesondere bei der Umsetzung von Gesamtlösungen, konfrontiert. Der Umsatz war deutlich rückläufig und die Kosten konnten trotz Einsparungen nicht gedeckt werden, was zu einem Verlust führte. Die zu Beginn des Jahres eingeleiteten Kostenreduktionsmassnahmen waren unzureichend und daher lancierte Bystronic im September 2024 einen umfangreichen Massnahmenplan. Dieser soll die Profitabilität nachhaltig sicherstellen und die Positionierung von Bystronic als Gesamtlösungsanbieter stärken.

Auftragseingang und Umsatzentwicklung

Der Auftragseingang betrug im Jahr 2024 CHF 625 Mio. und verringerte sich um 21% (–19% zu konstanten Währungskursen). Das Marktumfeld war herausfordernd und das gesamtwirtschaftliche Umfeld schwierig. Der Rückgang der globalen Produktions­aktivität setzte sich fort. Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) liegen in den wesentlichen Industriemärkten seit dem 4. Quartal 2022 unter der Marke von 50, was auf eine anhaltende Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität hinweist. Entsprechend zurückhaltend agierten unsere Kunden.

Die Herausforderungen bei der Projektausführung und Kundenzufriedenheit wirkten sich auf die Marktposition aus. Kunden waren gegenüber Bystronic-Gesamt­lösungen zurückhaltender, was sich negativ auf den Auftragseingang auswirkte.

Bystronic erzielte 2024 einen Umsatz von CHF 648 Mio., was einem Rückgang von 30% entspricht (–28% bei konstanten Währungskursen). Dabei ist jedoch der starke Basiseffekt zu berücksichtigen: Der Vorjahresumsatz wurde durch den hohen Auftragsbestand zu Beginn des Jahres 2023 positiv beeinflusst.

Betriebsergebnis (EBIT)

Auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) verzeichnete Bystronic 2024 einen Verlust von CHF 84 Mio. (2023: CHF +54 Mio.). Dieser resultiert aus Überkapazitäten und einem hohen Fixkostenanteil. Trotz Kosten­reduktions­massnahmen konnte der Einbruch beim Umsatz nicht kompensiert werden und Bystronic war nicht in der Lage, ein positives Betriebsergebnis (EBIT) auszuweisen.

Die zu Beginn des Jahres eingeleiteten Kostenreduktionsmassnahmen waren unzureichend und erforderten tiefgreifendere Massnahmen. Um die Profitabilität nachhaltig zu steigern, lancierte Bystronic im September 2024 eine Restrukturierung, welche in annualisierten strukturellen Einsparungen von über CHF 60 Mio. resultieren wird. Im EBIT enthalten sind Restrukturierungs­aufwendungen und Wertbeeinträchtigungen von CHF 37 Mio., welche auf diesen Massnahmenplan zurückzuführen sind und das Ergebnis zusätzlich belasteten. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) betrug CHF –47 Mio.

Jahresergebnis, Cashflow und Dividende

Das Jahresergebnis betrug CHF –68 Mio. (2023: CHF +42 Mio.). Das Ergebnis je Namenaktie A belief sich auf CHF –32.67.

Bystronic konzentrierte sich auf die Optimierung des Nettoumlaufvermögens und erzielte trotz des negativen Jahresergebnisses einen leicht positiven betrieblichen Free Cashflow von CHF 1.2 Mio. Das Nettoumlauf­vermögen reduzierte sich um 36% und damit im Verhältnis zum Umsatz überproportional. Die flüssigen Mittel und Wertschriften befanden sich mit CHF 323 Mio. per 31. Dezember 2024 weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 22. April 2025 die Ausschüttung einer Dividende von CHF 4.00 für die Namenaktie A und von CHF 0.80 für die Namenaktie B. Insgesamt werden damit CHF 8 Mio. an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet. Dieser Antrag reflektiert trotz des Verlusts die weiterhin solide Liquiditätssituation der Gruppe und liegt im Rahmen der Dividendenpolitik. Diese sieht vor, jeweils ein Drittel bis zur Hälfte des Ergebnisses auszuschütten, wobei die Liquiditätssituation und die zukünftigen Bedürfnisse der Gruppe in Betracht gezogen werden.

Neue Organisationsstruktur und Restrukturierung

Bystronic hat im September 2024 eine umfassende Restrukturierung beschlossen, um sich näher bei den Kunden zu positionieren und die Kostenbasis zu reduzieren. Die regionale Organisationsstruktur wurde durch eine divisionale Struktur ersetzt, wodurch die Konzernleitung auf vier Mitglieder verkleinert wurde. Neben der bereits etablierten Division Service werden die Kompetenzen im Maschinengeschäft, Automation und Software in der Division Systems gebündelt, um Kunden besser bedienen zu können, die Positionierung als Gesamt­lösungs­anbieter zu stärken und agiler auf Marktbedürfnisse einzugehen.

Weitere Restrukturierungsmassnahmen betreffen die verstärkte Nutzung von Synergien. Dazu zählen die Zusammenlegung von Gruppenfunktionen sowie die Konsolidierung globaler Betriebsstrukturen.

Insgesamt führen die strukturellen Anpassungen zu jährlichen Einsparungen in der Höhe von über CHF 60 Mio. und sollen die Profitabilität über die gesamten Konjunkturzyklen sichern.

Ausblick

2025 wird für Bystronic ein Übergangsjahr. Bystronic geht von einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld und im ersten Halbjahr von einem Auftragseingang auf dem Niveau der letzten Quartale aus. Ab dem dritten Quartal rechnet Bystronic damit, Marktanteile zurückzugewinnen. Dies wird sich im Jahr 2026 in steigenden Umsätzen widerspiegeln.

Aufgrund des niedrigeren Auftragsbestands zu Beginn des Jahres und der Frankenstärke erwartet Bystronic für das Gesamtjahr 2025 einen leicht rückläufigen Umsatz sowie erneut einen Verlust. Insgesamt rechnet die Gruppe mit einem schwachen Jahresbeginn und einer Verbesserung im Laufe des Jahres.

Dank bewährter Strategie, der neuen divisionalen Organisationsstruktur, einer optimierten Kostenstruktur und der intakten strukturellen Wachstumstreiber sieht sich Bystronic solide für die Zukunft aufgestellt. Über die Konjunkturzyklen hinweg erwartet Bystronic eine durchschnittliche EBIT-Marge von 5–7% zu erzielen.

Regionen Strategie