Geschäfts­bericht 2022

Geschäftsentwicklung

Geschäfts­entwicklung Gruppe

Auf Wachstumskurs in herausforderndem Marktumfeld

Bystronic hat im Geschäftsjahr 2022 ein solides Umsatzwachstum erzielt. Trotz herausforderndem Umfeld wurden in den strategischen Wachstumsfeldern weitere Fortschritte erzielt. Dazu zählen die Erweiterung des Produktportfolios mit Innovationen, die Lancierung der wegweisenden Software-Familie BySoft Suite und der weitere Ausbau des Service-Angebots. Zudem publizierte Bystronic den ersten Nachhaltigkeitsbericht nach GRI-Standards und unterstrich damit das hohe Engagement für Nachhaltigkeit entlang aller Geschäftsprozesse.

Auftragseingang und Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 sank der Auftragseingang um 14.1% (–10.2% zu konstanten Wechselkursen) auf CHF 1’009.5 Mio. Einerseits hatte die Gruppe im Vorjahr deutlich von pandemiebedingten Nachholeffekten profitiert. Andererseits agierten die Kunden im Verlauf des Berichtsjahrs wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten zunehmend zurückhaltender. Die Neubestellungen gingen in den Regionen EMEA (Europe, Middle East & Africa), Americas und China zurück. In der Region APAC (Asien-Pazifik) hingegen wuchs der Auftragseingang erneut, insbesondere dank der attraktiven Lösungen im Mittel-/Silbersegment.

Der hohe Auftragsbestand ermöglichte es Bystronic, den Umsatz im Jahr 2022 um 8.1% (13.0% zu konstanten Wechselkursen) auf CHF 1’015.9 Mio. zu steigern. Dabei entwickelten sich die drei Regionen EMEA, Americas sowie APAC allesamt erfreulich und trugen zum Wachstum bei. In der Region China ging das Geschäft wegen der anhaltenden COVID-Restriktionen und wirtschaftlicher Unsicherheiten zurück.

Aufgrund fehlender Komponenten als Folge von Lieferengpässen konnte insbesondere im ersten Halbjahr nicht das volle Umsatzpotenzial realisiert werden. Trotz einer deutlichen Verbesserung der Verfügbarkeit von Komponenten im zweiten Halbjahr ist die Endmontage diverser Systeme beim Kunden noch ausstehend. Diese Umsätze können erst mit Verzögerung realisiert werden. Dieser Effekt beträgt zum Jahresende noch rund CHF 50 Mio.

Betriebsergebnis und Profitabilität

Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF 48.1 Mio. Die EBIT-Marge betrug 4.7% gegenüber 7.5% im Vorjahr. Die tiefere Profitabilität ist vor allem auf drei Effekte zurückzuführen: Erstens erzielte Bystronic aufgrund von Lieferengpässen bei Komponenten ein tieferes Umsatzwachstum als erwartet. Zweitens baute die Gruppe im Rahmen der Wachstumsstrategie das Servicegeschäft aus und erweiterte Produktionskapazitäten. Drittens verbuchte Bystronic aufgrund der Inflation deutlich höhere Kosten in der Beschaffung, Transport und Vertriebsaktivitäten. Um diesen Effekten entgegenzuwirken prüfte die Gruppe den Einsatz und die Entwicklung alternativer Komponenten, die eine bessere Verfügbarkeit und schnellere Auslieferung der Systeme an Kunden gewährleisten. Zudem setzte Bystronic wiederholt Preiserhöhungen auf neuen Bestellungen durch.

Jahresergebnis, Cashflow und Dividende

Das Jahresergebnis betrug CHF 36.6 Mio. (2021: CHF 56.8 Mio.). Das Ergebnis je Namenaktie A belief sich auf CHF 17.69. Die Anzahlungen von Kunden stiegen weiter leicht an, vermochten jedoch den Lageraufbau nicht zu kompensieren. Dieser resultierte einerseits aufgrund des gezielten Aufbaus an Schlüsselkomponenten sowie andererseits aufgrund des Anstiegs noch zu installierender Produkte wegen fehlender Komponenten. In der Summe reduzierte sich der betriebliche Free Cashflow auf CHF –40.6 Mio. (2021: CHF 64.8 Mio.). Die flüssigen Mittel und Wertschriften befanden sich mit CHF 341.6 Mio. per 31. Dezember 2022 weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 25. April 2023 die Ausschüttung einer Dividende von CHF 12.00 für die Namenaktie A und CHF 2.40 für die Namenaktie B. Insgesamt werden damit CHF 24.8 Mio. an Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet. Bystronic ist zuversichtlich für die Zukunft. In Anbetracht der soliden Liquidität, berücksichtigt der Antrag eine ordentliche Ausschüttung von etwas mehr als zwei Drittel des Jahresergebnisses.

Nach der Ausschüttung der Dividende beläuft sich die Liquidität weiterhin auf über CHF 310 Mio. bei einer Eigenkapitalquote von 63%. Damit ist die Gruppe gut positioniert, weiter organisch sowie akquisitorisch zu wachsen und verfügt zudem über ausreichende Mittel in einem herausfordernden Marktumfeld. In Zukunft plant Bystronic im Rahmen der Dividendenpolitik weiterhin jeweils zwischen einem Drittel und der Hälfte des Jahresergebnisses als Dividenden auszuschütten, wobei die Liquiditätssituation und die zukünftigen Bedürfnisse der Gesellschaft in Betracht gezogen werden.

Umsetzung der Strategie

Entlang der Strategie baute Bystronic alle drei Wachstumsfelder – Systeme, Software und Service – erfolgreich aus: Im Bereich Systeme stellte die Gruppe Produktinnovationen vor, darunter ein Laserschneidsystem mit einer Leistung von 30 Kilowatt. Damit ermöglichen wir unseren Kunden noch effizientere Prozesse, insbesondere bei der Bearbeitung von dicken Blechen. Im Bereich Software lancierte Bystronic die wegweisende Lösung BySoft Suite. Die modular aufgebaute Software-Familie unterstützt Kunden bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. Im Bereich Service baute die Gruppe zusätzliche Kapazitäten auf und steigerte die Umsätze um 10.7% auf CHF 227.2 Mio. Das entspricht einem Umsatzbeitrag von 22.4% an der Gruppe (Vorjahr: 21.9%).

Ausserdem publizierte Bystronic den ersten Nachhaltigkeitsbericht nach GRI-Standards. Dieser schafft einerseits Transparenz bezüglich relevanter Geschäftsbereiche. Andererseits wird damit die Ambition unterstrichen, sowohl die eigenen Geschäftsaktivitäten als auch jene der Kunden in der Blechbearbeitungsindustrie nachhaltiger zu gestalten. Dafür gründete Bystronic unter anderem ein Nachhaltigkeitskomitee mit allen relevanten operativen Funktionen und verankerte die ESG-Zielerreichung in der Vergütung der Konzernleitung. Zudem publizierte die Gruppe Daten zu den wichtigsten Indikatoren wie den CO2-Fussabdruck, Energieverbrauch, Engagement der Mitarbeitenden und Diversität.

Ausblick

Bystronic ist in einem attraktiven Markt für weiteres Wachstum gut positioniert. Die Gruppe profitiert dabei einerseits von strukturellen Wachstumstreibern: Blech ist ein sehr vielseitig einsetzbares, recycelbares, einfach zu bearbeitendes und leichtes Material, das auch in Zukunft gefragt sein wird. Andererseits bedient Bystronic Kunden aus verschiedenen Industrien, die unterschiedlich stark von Konjunkturzyklen abhängen. Bystronic hat in den vergangenen Jahren den Anteil stabiler, wiederkehrender Umsätze aus dem Service-Geschäft erfolgreich erhöht. Zudem steigern unsere Smart Factory Lösungen die Produktivität unserer Kunden. All dies verleiht dem Geschäftsmodell Widerstandsfähigkeit in einem wirtschaftlich herausfordernden Marktumfeld. Des Weiteren verfügt Bystronic über eine starke Bilanz und hohe Liquidität, was weiterhin eine konsequente Umsetzung der Strategie ermöglicht.

Mittelfristig strebt Bystronic unverändert ein jährliches organisches Umsatzwachstum von mehr als 5%, eine EBIT-Marge über 12% sowie einen RONOA über 25% an. Dies in Abhängigkeit der wirtschaftlichen Erholung.

Bystronic erwartet für das Jahr 2023 aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung einen rückläufigen Auftragseingang im Maschinengeschäft, verfügt jedoch weiterhin über einen hohen Auftragsbestand von über CHF 400 Mio. Die Gruppe wird das Servicegeschäft forcieren und Kosteneinsparungsmassnahmen konsequent umsetzen, um steigende Personal- und Energiekosten zu kompensieren. Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet Bystronic ein höheres Betriebsergebnis bei einem leicht rückläufigen Umsatz.

Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche

Im Jahr 2021 schloss die Gruppe die Transformation von Conzzeta zu Bystronic erfolgreich ab. Der Geschäftsbereich FoamPartner wurde im März 2021 verkauft; der Geschäftsbereich Mammut im Juni 2021.

Der Nettoumsatz der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich im Geschäftsjahr 2021 insgesamt auf CHF 183.6 Mio. FoamPartner trug im ersten Quartal 2021 CHF 76.3 Mio. bei; Mammut im ersten Halbjahr 2021 CHF 107.3 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich auf CHF -88.8 Mio. Mit CHF –80.1 Mio. geht der Grossteil davon auf den Veräusserungsverlust im Rahmen des Verkaufs von FoamPartner zurück, resultierend aus dem von den Swiss GAAP FER Rechnungslegungsstandards vorgeschriebenen Goodwill-Recycling.

Total Konzern

Der Nettoumsatz des Gesamtkonzerns betrug im Geschäftsjahr 2022 CHF 1’015.9 Mio. (2021: CHF 1’122.9 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf CHF 48.1 Mio., während im Vorjahr infolge der Veräusserung von FoamPartner ein Verlust von CHF –18.7 Mio. resultierte. Insgesamt lag das Jahresergebnis bei CHF 36.6 Mio., verglichen mit CHF –27.8 Mio. im Vorjahr.

Regionen Nachhaltigkeit